Heilpraktiker

Der Heilpraktikerberuf wird vor allem durch das Heilpraktikergesetz und die dazu gehörende Durchführungsverordnung von 1939 geregelt. Vor diesem Erlass durfte jeder die Heilkunde ausüben.

Eine Auswahl heilkundiger Laien, deren Therapien bis heute Bestandteil der Naturheilkunde sind:

  • Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 - 1179)
    Pflanzenheilkunde, geistiges Heilen.
  • Bauer Vincenz Prießnitz (1790 - 1851)
    Wasserheilkunde, Erfinder des Prießnitzwickels.
  • Fuhrmann Johannes Schroth (1800 - 1856)
    Heilfasten, Schroth-Kur.
  • Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 - 1897)
    Erweiterung der Wasserheilkunde, Kneipp-Therapie.
  • Pastor Emanuel Felke (1856 - 1926)
    Lehmbäder.

Die Berufsbezeichnung "Heilpraktiker" ist in Deutschland gesetzlich geschützt. Diese Berufsbezeichnung darf nur führen, wer im Besitz der Erlaubnisurkunde zur Ausübung der Heilkunde gemäß § 1 Heilpraktikergesetz ist.

Nach bestandener Prüfung haben Sie z. B. folgende berufliche Möglichkeiten:

  • Tätigkeit in naturheilkundlich orientierten Privat- oder Kurkliniken.
  • Aufbau eines ganzheitlichen Gesundheitszentrums mit einem Team heilkundlicher Fachleute.
  • Tätigkeit als Seminarleiter oder Referent.
  • Tätigkeit als Pharmareferent für die naturheilkundliche Industrie.
  • Tätigkeit in eigener Praxis nach einer entsprechenden praktischen Fachausbildung.

Die eigenverantwortliche Tätigkeit des Heilpraktikers dient der Feststellung, Linderung und Heilung von Krankheiten im Sinne ganzheitlichen Denkens, also des Zusammenhangs von Körper, Geist und Seele. Die Heilverfahren, denen sich der HP bedient, sind besonders gekennzeichnet durch die Vermeidung von belastenden Nebenwirkungen.

Die Beeinflussung des erkrankten Organismus geschieht auf möglichst schonende Art und Weise. Sie entspricht den biologischen Bedürfnissen des kranken Menschen und aktiviert seine Selbstheilungskräfte. Darin liegt das Wesen der Naturheilkunde. Die Naturheilkunde ist Komplementärmedizin, also eine sinnvolle Ergänzung der Schulmedizin.

Erfahrungsgemäß nehmen besonders chronisch kranke Menschen die Dienste eines HP in Anspruch. In vielen Fällen kann der HP durch seinen völlig anderen Ansatz als die Schulmedizin hier helfen, lindern und heilen.

Die Vielfalt der einzelnen Diagnose- und Therapieverfahren ist sehr groß. Der HP wählt im Einzelfall immer die Therapie aus, die er für den Patienten am wirksamsten hält. Dabei geht er von seiner speziellen fachlichen Kompetenz und von seiner Erfahrung aus.

Manchmal aber müssen verschiedene Wege versucht werden, bis die Behandlung anschlägt, da jeder Patient sehr individuell reagiert. Ein Heilungsversprechen ist deshalb nicht möglich.

Der HP wird seinen Patienten vor Beginn der Behandlung über Ziel und Zweck der Maßnahme, die Durchführung, die eventuellen Begleiterscheinungen und die Kosten aufklären.

Heilpraktiker haben ein eigenes Gebührenverzeichnis, die Gebührenordnung für HP. Hier haben die Verbände die Richtsätze für Liquidationen der durch HP durchgeführten Behandlungen festgelegt. Dieses Gebührenverzeichnis ist vom Bundeskartellamt überprüft und genehmigt worden. Hält ein HP sich nicht an die in der GebüH empfohlenen Richtsätze, ist er verpflichtet, dieses seinen Patienten vor Beginn der Behandlung zu sagen. Die Leistungen der HP werden nur von den Privatkassen und der Beihilfe erstattet. Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Behandlungen beim HP aus eigener Tasche, es sei denn, Sie haben eine entsprechende private Zusatzversicherung.

Aufsuchen können Sie einen HP grundsätzlich bei allen Erkrankungen. Fallen diese nicht in seinen Bereich, wird er Sie gerne über Ihre Erkrankung aufklären und an einen Facharzt oder eine Klinik verweisen.

Der HP unterliegt selbstverständlich der Sorgfaltspflicht, d. h. er darf nur die Diagnose- und Therapieverfahren am Patienten anwenden, die er gelernt hat. Dieses beinhaltet auch die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen. Die Aufsicht über die Einhaltung der Sorgfaltspflicht, der Hygienevorschriften und der gesetzlichen Bestimmungen hat das Gesundheitsamt.

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Bachblüten-Seminar

17. - 18.11.2018

10.00 - 16.30 Uhr

Bachblüten-Seminar

Infoveranstaltung zur HP-Ausbildung

Freitag, 14.12.2018

15.30 - 16.45 Uhr Vortrag und Beratung

17.00 - 20.30 Uhr Probeunterricht